Dienstag, 9. April 2013

Erinnerungsgedöns

Drei Jahre ist der letzte Eintrag her. Drei miese Jahre. Die Haare sind länger geworden, dann wurden sie wieder kürzer. Der Sinn ist weniger geworden, verschwand in letzter Zeit ganz. Ich habe in ein paar Tagen Geburtstag. Wie viele muss ich davon denn nun noch erleben? In die Leere gesprungen und auf Beton gelandet - die Füße können wieder laufen, die Augen können wieder sehen, die Hände können wieder greifen, die Ohren können wieder hören; doch das, auf dem die Füße laufen schmerzt; doch das, was die Augen sehen, schmerzt; doch das, was die Hände greifen, das bricht; doch das, was die Ohren hören, ist Echo und Befehl, ist Vergangenheit vermengt mich Vergessenem. Ich, König und Herr meiner Tage lasse verlautbaren: Schäm dich. In den drei Jahren ist so viel geschehen. Zu viel. Und wenig gutes. Man kommt der eigenen Seele, der eigenen Psyche näher und entfernt sich immer weiter auf dem schmalen Grad zwischen Irrenhaus und gesellschaftlicher Theaterbühne von der Gegenwart. Ich, König und Herr meiner Tage, fühle mich eher als Sklave meines Besitzes im Geistigen wie im Wirklichen.


als zögen gedanken um die welt
und fielen in die münder
als ob sie wüssten wer wir sind
sind wir nur ihre kinder


als zögen gedanken um die welt
und fielen in die münder
als ob sie wüssten was sie sind!
sie sind nur unsre kinder!


als zögen gedanken um die welt
und vielen in die münder
als ob sie wüssten was sie sind:
sind wir nur ihre kinder?



 Ich, König und Herr meiner Tage, Sklave meiner Dinge, fühle mich fremd in meinem Haus. Fühle mich als Gast. Nicht willkommen. Und dennoch geschehen manchmal gute Dinge. Die Börek aufs Haus. Der Chai aufs Haus. Das alkoholfreie Hefeweizen aufs Haus. Und das an nur zwei Tagen. Kundengewinnung. Der Traum ist aus. Nett gemeint, aber: Arschloch!

Wo bin ich? Wer bin ich? Was will ich?
Wo bin ich? Was will ich? Wer bin ich?

Wer bin ich? Was will ich? Wo bin ich?
Wer bin ich? Wo bin ich? Was will ich?

Was will ich? Wo bin ich? Wer bin ich?
Was will ich? Wer bin ich? Wo bin ich?

Stellt man sich die Fragen nacheinander: Es verwirrt, die Reihenfolge scheint wichtig.
Aber sie ist irre-levant. Die Gleichzeitigkeit der Fragen, ihre simultane Beantwortung, ihre simultane Nicht-Beantwortung.

Wir sind Leere zwischen Atomen, Masse in Atomen, Quanten, Energie, Säure und sauer. Die Antworten sind wahrscheinlich alle falsch. Wahrscheinlich sind alle Antworten falsch. Wenn die Fragen falsch sind. Wir nehmen an, wir nehmen ab. Gibt es Seele? Gibt es das Universum? Gibt es uns? Sind wir Traum eines "Ewigen Schläfers"?

Warum falsche Fragen stellen und falsche Antworten produzieren? Lebt. Und benehmt euch.

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