Der Schnee ist erst seit wenigen Wochen geschmolzen, die Kälte langsam der frühlingshaften Läue gewichen - und doch muss ich heute unweigerlich an Weihnachten denken. Es gab heute weder Geschenke noch Familienstreit, aber das Datum von heute stößt einen förmlich auf dieses "christliche Lichterfest". Vor vier Monaten also war Heiligabend - in acht Monaten wird Heiligabend sein. Es wird wieder um Geschenke gehen, also um das, worum es Weihnachten scheinbar geht: Ein kapitalistischer Feiertag eben. Er lässt sich gut vermarkten - meine Frage: Hängen Feiertage als freie Tage heute davon ab, ob sie genug Gewinn generieren können?
Quasi als direkte Belohnung? Worum geht es an Feiertagen? Sicherlich nicht darum "zu feiern", sondern "etwas zu feiern" im Sinne einer Huldigung. Eine Huldigung, von der man sich einen persönlichen Mehrwert erhofft? Dienen und dienten die religiösen Feiertage etwa nicht dem Mehrwert, weniger Leiden/Misse im Jenseits/Diesseits/Nächsten Leben zu erleiden - durch das bewusste zelebrieren einer Feier? Eine Feier abhalten - feierlich - der feierliche Gottesdienst - Feiertag ungleich freier Tag, da Gottes-Dienst zum persönlichen Mehrwert? Welchen Einfluss hatte der Ablasshandel auf die Entwicklung des Kapitalismus, war er dessen Produkt? In welcher Relation steht der Ablasshandel zum Kapitalismus?
Sind Feiertage daher vom gleichen Charakter, da auch sie nur Mehrwert generieren wollen? Weihnachten damals: Jesus, der Erlöser - Glaube und erreiche die Existenz im Paradies, das in jedem Fall besser ist als die aktuelle Existenz.
Weihnachten heute: Konsum, die Lösung auf alle Probleme, konsumiere und schaffe ein besseres Morgen.
Jesus/Gott/Hl. Geist verhalten sich zum Christentum wie
Konsum zum Kapitalismus.
Sie sind die Pfeiler auf denen die Ideologie ruht.
Ohne J/G/HG kein Christentum, ohne Konsum kein Kapitalismus.
Kapitalismus kann man nicht Abschaffen, so wenig wie das Christentum.
Man könnte ihnen jedoch ihre scheinbare Grundlage entziehen.
Aber: Ist die Grundlage das Übel oder das daraus entwachsene Gebilde?
Schüfe man das Christentum ab, bliebe J/G/HG.
Schüfe man den Kapitalismus ab, bliebe der Konsum.
Gäbe es nicht alternative Konsummöglichkeiten die einen Kapitalismus nicht entstehen ließen?
Oder sind DIESE Ursache und DIESE Folge untrennbar durch kausale Ketten verbunden?
Gibt es einen Konsum ohne Kapitalismus? Und die Frage: Was ist überhaupt Konsum? Wie definiert man Konsum? Ist es Konsum, Lebensmittel zu erwerben - oder bezeichnet Konsum nur den unnötigen Erwerb unnötiger Dinge, was sich vielleicht vom biologischen Standpunkt am radikalsten definieren ließe. Dient Konsum allein der Freude? Dem verbessern der Lebensumstände im Jetzt?
Mittwoch, 24. April 2013
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen